Zwangsstörung – Therapie in München

Verhaltenstherapie bei Zwangsgedanken und Zwangshandlungen – in meiner Praxis am Sendlinger Tor, auf Deutsch oder Englisch.

Aquarell: ein offenes Gartentor, hinter dem ein Weg in eine weite Wiese führt

Viele Menschen mit Zwängen wissen, dass ihre Gedanken oder Rituale übertrieben sind – und können trotzdem nicht damit aufhören. Aus Scham sprechen sie oft lange mit niemandem darüber. Dabei sind Zwangsstörungen gar nicht so selten, und es gibt eine wirksame Behandlung.

Wie sich Zwänge zeigen können

  • Kontrollzwänge: wiederholtes Prüfen von Herd, Türen, Fenstern oder E-Mails
  • Wasch- und Reinigungszwänge: aus Angst vor Verschmutzung oder Ansteckung
  • Ordnungs- und Wiederholungszwänge: Dinge müssen „genau richtig“ sein
  • Zwangsgedanken: aufdringliche Gedanken oder Bilder, die als fremd und belastend erlebt werden – häufig über Gewalt, etwa die Angst, jemandem zu schaden, oder über sexuelle Inhalte, die man zutiefst ablehnt
  • Gedankliche Rituale: zum Beispiel Zählen, Beten oder innerliches „Neutralisieren“

Gerade Zwangsgedanken über Gewalt oder sexuelle Inhalte lösen oft große Scham aus. In meiner Arbeit begegnen sie mir regelmäßig – Sie können offen darüber sprechen. Mehr dazu im Beitrag Wenn Gedanken Angst machen.

Die Behandlung: Exposition mit Reaktionsverhinderung

Die kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsverhinderung – in der aktuellen S3-Leitlinie auch „Reaktionsmanagement“ genannt – gilt als Behandlung der ersten Wahl bei Zwangsstörungen. So läuft sie bei mir ab:

1. Erstgespräch und Diagnostik
Wir erfassen genau, welche Gedanken, Rituale und Vermeidungen Ihren Alltag bestimmen und wie viel Zeit und Kraft sie kosten. Dabei klären wir auch, ob weitere Belastungen wie eine Depression eine Rolle spielen.

2. Den Zwang verstehen
Gemeinsam erarbeiten wir ein Modell Ihres Zwangs: Ein Gedanke wird als bedrohlich bewertet, die Anspannung steigt, ein Ritual oder Vermeiden bringt kurzfristig Erleichterung – und genau das hält den Zwang langfristig aufrecht.

3. Einen Übungsplan erstellen
Wir sammeln Situationen, die den Zwang auslösen, und ordnen sie von leicht bis schwer. Sie bestimmen das Tempo mit.

4. Exposition mit Reaktionsverhinderung
Schritt für Schritt stellen Sie sich diesen Situationen, ohne das Ritual auszuführen – zunächst gemeinsam mit mir, später zunehmend allein. Bei Zwangsgedanken üben wir, die Gedanken bewusst zuzulassen, statt sie zu neutralisieren oder sich rückzuversichern. Sie machen die Erfahrung, dass die Anspannung auch ohne Ritual nachlässt.

5. Bewertungen verändern
Wir schauen uns an, welche Bedeutung Sie Ihren Gedanken geben – etwa ein starkes Verantwortungsgefühl oder die Annahme, ein Gedanke mache etwas wahrscheinlicher – und entwickeln eine entlastendere Sicht.

6. Üben im Alltag und Einbeziehen von Angehörigen
Zwischen den Sitzungen üben Sie eigenständig weiter. Weil Angehörige oft in Rituale eingebunden sind, etwa durch Rückversicherung, kann es sinnvoll sein, sie einzubeziehen.

7. Rückfällen vorbeugen
Zum Abschluss sichern wir das Erreichte und bereiten Sie darauf vor, mit möglichen Rückschlägen gut umzugehen.

Termine und Kosten

Einen ersten Termin kann ich Ihnen in der Regel innerhalb etwa einer Woche anbieten. Nach einer Diagnostikphase mit mindestens einem Termin in der Praxis sind auch Sitzungen per Video möglich – gerade bei Zwängen, die vor allem zu Hause auftreten, kann das hilfreich sein.

Eine Sitzung (50 Minuten) kostet 153 €. Private Krankenversicherungen und Beihilfe übernehmen die Kosten in der Regel; für gesetzlich Versicherte gilt das Kostenerstattungsverfahren.


Über mich: Frederik Baumann, approbierter Psychologischer Psychotherapeut (Verhaltenstherapie). Nach acht Jahren in Kliniken, unter anderem in der Schön Klinik Roseneck, Privatpraxis in München am Sendlinger Tor. Therapie auf Deutsch und Englisch. Mehr über mich